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Promotionsverfahren - Ablauf, Organisation etc.

Mit einer fertig gedruckten und gebundenen Dissertation ist der Weg zum Doktortitel noch nicht geschafft. Nach dem Promotionsstudium mit all der Forschungsarbeit muss auch noch das sogenannte Promotionsverfahren bewältigt werden. Aber wie genau läuft dieses Verfahren eigentlich ab? Und was müssen Sie als Promovierende_r aktiv dabei leisten?

 

  • Der Antrag
    Wie fast alles im Lauf Ihrer akademischen Karriere müssen Sie die Zulassung zum Promotionsverfahren erst einmal beantragen. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie hier:

    Anmeldung zum Promotionsverfahren - was müssen Sie tun?

    Ihr Antrag auf Zulassung zum Promotionsverfahren wird dann der bzw. dem Vorsitzenden des sogenannten Promotionsausschusses vorgelegt, d.h. der Dekanin bzw. dem Dekan. Diese_r prüft Ihre Unterlagen und kann den Antrag entweder annehmen oder ablehnen. Welche Gründe es ggf. für eine Ablehnung geben kann, entnehmen Sie bitte der Promotionsordnung (§ 7, Absatz 2 bis 3).
    Achtung: Die Prüfung Ihres Antrags kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, weshalb wir Sie bitten möchten, von wiederholten Nachfragen beim Promotionsbüro abzusehen. Die Sachbearbeiter_innen informieren Sie zeitnah über alle neuen Entwicklungen.

 

  • Die Prüfung Ihrer Dissertation
    Wird Ihr Antrag angenommen, beginnt das Promotionsverfahren.
    Als Erstes wird Ihre persönliche Promotionskommission einberufen. Diese ist dafür zuständig, zunächst Ihre Dissertation und später dann Ihre wissenschaftlichen Kenntnisse in der mündlichen Prüfung zu beurteilen.

    Die Mitglieder der Promotionskommission prüfen und benoten Ihre Dissertation. Zunächst erstellen Erst- und Zweitgutachter_in ihre jeweiligen Gutachten; diese werden dann an die beiden anderen Mitglieder der Promotionskommission weitergeleitet, die wiederum ihre Voten dazu abgeben müssen.

    Die Promotionskommission besteht aus:
    • der/dem Erstgutachter/in (in der Regel Erstbetreuerin bzw. Erstbetreuer)
    • der/dem Zweitgutachter/in (falls Sie eine/n Zweitbetreuer/in haben, übernimmt diese/r die Funktion des/der Zweitgutachter/in)
    • dem fachnahen Mitglied: Hierbei handelt es sich um eine Person, die im gleichen Fachgebiet forscht wie Sie, jedoch in einem anderen Teilbereich. Wenn Sie z.B. im Promotionsfach Biologie promovieren und an einem Projekt aus dem Bereich Mikrobiologie arbeiten, soll das fachnahe Mitglied Ihrer Kommission ebenfalls aus der Biologie, aber aus den Teilgebieten Genetik, Zoologie o.Ä. kommen
    • dem fachfremden Mitglied: Das fachfremde Mitglied soll – im Gegensatz zum fachnahen – möglichst nicht aus Ihrem Fachgebiet stammen (und auf keinen Fall Teil Ihrer Fachgruppe sein)

 

  • Die Auslage der Promotionsakte
    Nachdem die Promotionskommission Ihre Dissertation angenommen und benotet hat, wird den habilitierten Mitgliedern und Angehörigen der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät Einsicht in Ihre Promotionsakte gewährt. Wer nach Einsichtnahme Bedenken bezüglich der Entscheidung der Kommission hegt, hat nun vierzehn Tage lang die Möglichkeit, ein Veto einzulegen.
    Sie selbst müssen sich um die Organisation der Auslage Ihrer Promotionsakte nicht kümmern. Das erledigt das Promotionsbüro für Sie.

    Ihre Promotionsakte, die den genannten Personen zur Einsicht zur Verfügung gestellt wird, enthält:
    • Ihren Namen
    • den Titel Ihrer Dissertation
    • den Namen Ihres Promotionsfachs
    • eine Zusammenfassung Ihrer Dissertation
    • die Namen der Mitglieder Ihrer Promotionskommission
    • einen Vermerk über die Erscheinungsorte eventuell bereits publizierter Teile Ihrer Dissertation
    • die Gutachten der Mitglieder Ihrer Promotionskommission

      Legt jemand während der Auslage der Promotionsakte Einspruch ein, wird dieser geprüft. Ist er berechtigt und zu Ihren Gunsten, dürfen Sie sich freuen. Falls er zu Ihren Ungunsten ist, müssen Sie Ihre Dissertation ggf. überarbeiten. Im schlimmsten Fall kann ein Einspruch auch zur Ablehnung einer Dissertation führen.

      Nachdem niemand ein Veto einlegt hat oder eventuelle Einsprüche zurückgezogen wurden, erwartet Sie der finale Schritt des Promotionsverfahrens. 

 

  • Die mündliche Prüfung
    Nachdem Sie mit Ihrer Dissertation einen schriftlichen Beweis für Ihre Fähigkeiten als Wissenschaftler_in vorgelegt haben, werden Ihre Kenntnisse auch in einer mündlichen Prüfung auf die Probe gestellt. Diese besteht aus zwei direkt aufeinanderfolgenden Teilen: dem Promotionskolloquium und der Disputation.

    Die bzw. der Vorsitzende Ihrer Promotionskommission einigt sich mit Ihnen auf einen Termin, an dem die Prüfung abgehalten werden soll. So haben Sie genug Zeit, sich auf folgende Aufgaben vorzubereiten:
    • Beim Promotionskolloquium halten Sie einen öffentlichen, wissenschaftlichen Vortrag über die Ergebnisse Ihrer Dissertation. Die Mitglieder der Promotionskommission fungieren wieder als Prüfer_innen und haben nach Ihrem Vortrag, der bis zu 30 Minuten dauern darf, ca. 15 Minuten lang die Möglichkeit, das zuvor Gesagte mit Ihnen zu diskutieren. Auch das Auditorium darf Ihnen Fragen stellen.
    • Die Disputation erfolgt im Anschluss. Sie erinnert vom Konzept her eher an eine klassische mündliche Prüfung. In einem Zeitraum von 30-90 Minuten prüft die Promotionskommission, ob Sie in der Lage sind, wissenschaftliche Fragen über den Gegenstand Ihrer Dissertation und (auch) über Themen aus benachbarten Fachgebieten zu beantworten.

      Sind beide Teile der mündlichen Prüfung abgelegt, entscheidet die Promotionskommission über die Benotung. Das Kolloquium wird dabei nur als „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bewertet. 
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