Nachrichten der Fakultät

SOZIAHR: Die 5-Jahres-Bilanz zur Ahrtalflut

Am 14. Juli 2026 hat sich die Ahrtalflut zum fünften Mal gejährt. Das Bonner Forschungsprojekt SOZIAHR nimmt dies zum Anlass, um eine große Bevölkerungsumfrage zu starten und so eine umfassende Bilanz zu ziehen, wie es den Menschen aus dem Ahrtal seither ergangen ist. Eingeladen werden alle erwachsenen Bürgerinnen und Bürgern, die zum Stichtag der Flut in den Kommunen Adenau, Altenahr, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Sinzig und Grafschaft gemeldet waren und die heute noch dort wohnen oder seither maximal einmal umgezogen sind. Das entspricht ca. 70.000 Personen. Die Einladung zur Teilnahme erfolgt ab Anfang August postalisch an die aktuelle Meldeadresse.

Der Fragebogen enthält u.a. Abschnitte zur persönlichen Lebenslage, zur direkten und indirekten Flutbetroffenheit, zum privaten und betrieblichen Wiederaufbau, zu politischen Einstellungen sowie zur sozialen Unterstützung und zur politischen Aufarbeitung der Flutkatastrophe. In einem zweijährigen Prozess wurde er passgenau auf die Situation im Ahrtal zugeschnitten und zusammen mit Betroffenen getestet und weiterentwickelt. Dadurch wurden bspw. auch indirektere Flutfolgen wie „tiefe Erschöpfung“ oder „Vertrauensverlust in öffentliche Institutionen“ in den Fragebogen aufgenommen.

Die Ergebnisse werden bis April 2027 aufbereitet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel ist es, der Bevölkerung im Ahrtal Gehör zu verschaffen und politische Debatten über die Prozesse des Wiederaufbaus und die allgemeine regionale Entwicklung anzuregen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen zudem in wissenschaftliche Empfehlungen ein, die aktiv an politische Entscheidungsträger auf verschiedenen Ebenen herangetragen werden. Um belastbare Ergebnisse zu erhalten, ist das Bonner Forschungsteam dafür jetzt auf die Mitarbeit der Ahrtalerinnen und Ahrtaler angewiesen und hofft auf rege Teilnahme. 

Hintergrund: Das SOZIAHR Projekt wird von 2026 bis 2029 von der Stiftung Mercator gefördert, um Handlungsempfehlungen für das Ahrtal sowie vergleichbare Regionen zu erarbeiten. Dabei liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf der Verknüpfung von Klimaresilienz und sozialer Gerechtigkeit. Das Ziel ist, die gesetzlichen Regelungen und administrativen Prozesse für den privaten Wiederaufbau im Kontext von Extremwetterereignissen insgesamt effektiver zu gestalten. Seit 2024 läuft zudem bereits ein daran angeschlossener Workshop-Prozess mit regionalen Expertinnen und Experten zu den „sozialen Herausforderungen im Wiederaufbau“ in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetzwerk „Wissenschaft für den Wiederaufbau“ der Hochschule Koblenz zur Unterstützung praxisnaher Lösungsprozesse. 

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© Jens Barth

Universität Bonn verleiht Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Helmut Schwarz die Ehrendoktorwürde

Fakultätsrat der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät fasst einstimmigen Beschluss

Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Bonn verleiht Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Helmut Schwarz die Ehrendoktorwürde. Der Fakultätsrat fasste den Beschluss hierzu einstimmig. Mit der Auszeichnung würdigt die Universität Bonn nicht nur die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen von Helmut Schwarz als einem der international führenden Forscher auf dem Gebiet der Organischen Chemie, sondern auch sein außergewöhnliches Engagement für das deutsche Wissenschaftssystem und für die Universität Bonn.

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© Wolf Foundation, Tel Aviv

Nachruf für Prof. Dr. Peter David

Prof. Dr. Peter David, geboren am 24. Juni 1938, verstorben am 18. März 2026.

Herr Prof. Dr. David war von Januar 1965 bis zu seinem Ruhestand mit Ablauf des Monats Juli 2003 als Doktorand, wissenschaftlicher Assistent und Professor am Helmholtz-Institut für Kern- und Strahlenphysik (HISKP) über viele Jahre mit großer Begeisterung in Forschung und Lehre tätig. Am Anfang seiner Karriere lagen die Forschungsschwerpunkte im Gebiet von Kernreaktionen inklusive Spaltung von Kernen an den Zyklotron-Anlagen in Bonn, Karlsruhe und dem PSI (Villingen, Ch). Ab Anfang 1980 widmete sich Herr David sich ganz der Medizinphysik. Seine Beiträge zum Nachweis der elektrischen Aktivität des menschlichen Gehirns (EEG), der Neurophysik und der Epileptologie haben weit über die Institutsgrenzen hinweg Maßstäbe gesetzt. Seine Hingabe für die akademische Lehre und großes Engagement für das Institutsleben haben wissenschaftlich und persönlich bereichert. Auch im Ruhestand blieb er weiter mit dem Institut verbunden und engagierte sich bis zu letzte in dem Erkelenz-Preis Komitee.
Wir vermissen seine sympathische und offene Art und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Autor: Prof. Dr. Reinhard Beck

Expedition Weltmeere

Kommen Sie mit auf Forschungsreise und erhalten wissenschaftliche Ergebnisse aus erster Hand. Zwei Wissenschaftler*innen der Universität Bonn berichten über ihren ungewöhnlichen Arbeitsplatz zwischen Universität und Weltmeeren! Wie lebt und arbeitet ein wissenschaftliches Team auf einem Forschungsschiff mitten auf dem Ozean? Welche forschungsrelevanten Daten werden gemessen? Der Vortrag nimmt das Publikum mit auf Seereisen zu entlegenen Meeresforschungsstationen und vermittelt einen unmittelbaren Einblick in den Alltag der Meeresforschung. Zahlreiche Aufnahmen veranschaulichen neben der Arbeit an Bord auch beeindruckende Naturerlebnisse auf hoher See. Gleichzeitig wird gezeigt, wie Meeresforschung auch in Bonn stattfindet und warum Erkenntnisse aus dem Ozean zentral für unser Verständnis von Klima, Wetter und Umwelt sind. Ein Vortrag zwischen Abenteuer, Wissenschaft und persönlicher Erfahrung. 
 

Mehr Informationen und Tickets unter: 

https://www.bundeskunsthalle.de/veranstaltungen/detail/wellengang oder schauen Sie sich hier das Poster zur Veranstaltung an.

Prof. Dr. Hans Jörg Fahr
02.11.1939 - 15.01.2026 © privat

Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät und die Fachgruppe Physik/Astronomie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn trauern um ihr Mitglied Prof. Dr. Hans Jörg Fahr

Prof. Dr. Hans Jörg Fahr war bis 2005 als Hochschullehrer am Argelander-Institut für Astronomie in Bonn tätig. 

Nach einem Studium der Physik, Mathematik und Philosophie, dass er 1964 mit Diplom abschloss, promovierte Professor Fahr 1966 an der Universität Bonn. Nach seiner Habilitation 1971 im Fach Astrophysik wurde er 1978 zum Universitätsprofessor an der Universität Bonn ernannt.

Professor Fahr war ein international hochanerkannter Experte auf dem Gebiet der Plasmaphysik im Sonnensystem. Bereits früh in seiner Karriere hat er die Existenz von Neutralgasteilchen interstellarer Herkunft in der Sonnenumgebung postuliert; erst viel später wurden diese dann experimentell nachgewiesen. Dieses von ihm begründete Forschungsfeld hatte an der Universität Bonn einen der weltweiten Brennpunkte. Professor Fahr und seine Gruppe war an vielen internationalen Programmen beteiligt. Er war von 1979 bis 1982 Präsident der Kommission Nr. 49 „Das interplanetarische Plasma und die Heliosphäre“ der Internationalen Astronomischen Union (IAU) und war sehr engagiert in der internationalen wissenschaftlichen Kooperation. Für seine nationalen und internationalen Verdienste als Astrophysiker wurde Professor Fahr 2003 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Neben seinem eigentlichen Forschungsschwerpunkt widmete sich Professor Fahr auch Fragen der Philosophie, der Relativitätstheorie und der Kosmologie, über die er mehrere Bücher verfasste. Auch nach seiner Emeritierung blieb er wissenschaftlich sehr aktiv und arbeitete beinahe täglich in seinem Büro am Argelander-Institut für Astronomie.

Wir verlieren mit Professor Fahr einen allseits geschätzten Hochschullehrer.

Wir werden sein akademisches Vermächtnis in Ehren halten und uns immer gerne an diesen hochgeschätzten und beliebten Kollegen erinnern.

 Prof. Peter Schneider

Prof. Dr. Günther Bergerhoff
28.02.1926 – 07.12.2025 © Prof. Dr. Günther Bergerhoff

Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät und die Fachgruppe Chemie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn trauern um ihr Mitglied Prof. Dr. Günther Bergerhoff

Prof. Dr. Günther Bergerhoff war bis Ende Februar 1991 als Hochschullehrer am Institut für Anorganische Chemie in Bonn tätig. 

Am 23. April 1954 schloss er seine Promotion zu dem Thema "Zur Energetik und Struktur von Halogenokomplexen" ab und mit Prof. Schmitz-Dumont als Mentor habilitierte er über "Metallo-Komplexe“. Im Jahr 1968 wurde ihm die Bezeichnung „Außerplanmäßiger Professor“ verliehen und am 15.07.1969 wurde er zum Professor ernannt.

Sein Forschungsgebiet umfasste viele Facetten der Anorganischen Chemie, von z.B. Hexahalogenidostannaten bis zu Diphosphacyclopenten-Verbindungen. Später kamen Arbeiten zu den Farbstoffen Alizarin und Purpurin hinzu. 

Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Arbeiten nutzte Prof. Bergerhoff die Methode der Röntgenstrukturanalyse an Einkristallen zur Charakterisierung seiner synthetisierten Verbindungen. Er blieb Zeit seines beruflichen Lebens fasziniert von dieser Methode, die alle Fortschritte der Computerentwicklung genutzt hat, um den Zeitaufwand für die umfangreichen Rechenaufgaben im Rahmen der Röntgenstrukturanalyse immer weiter zu verkürzen. Daraus resultierte seine Idee, eine Datenbank der Strukturdaten aufzubauen. Zusammen mit I.D. Brown entwickelte er 1978 die inzwischen weltweit größte Datenbank für anorganische Kristallstrukturdaten ICSD, die heute vom FIZ Karlsruhe weitergeführt wird. Dieses Lebenswerk ist zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel für die heute tätigen Forscher geworden.

Auch nach seiner Pensionierung blieb er dem Institut verbunden und engagierte sich z.B. bei der Unterstützung eines Start-Up-Unternehmens. Sein Interesse galt auch der Geschichte der Bonner Chemie, worüber er publizierte.

Wir verlieren mit Professor Bergerhoff einen allseits geschätzten Hochschullehrer.

Wir werden sein akademisches Vermächtnis in Ehren halten und uns immer gerne an diesen bemerkenswerten Menschen erinnern.

 

Entscheidung Exzellenzcluster
Im Atrium des Rektorats © Gregor Hübl/Uni Bonn

22. Mai 2025

Entscheidungen in zweiter Wettbewerbsrunde der Exzellenzstrategie

Die DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) fördert acht Exzellenzcluster der Universität Bonn!

Sechs Cluster (Hausdorff Center für Mathematik, ImmunoSensation3, PhenoRob2, Unser dynamisches Universum, Materie und Licht für Quanteninformation und Color meets Flavor) unter Beteiligung oder Federführung unserer Fakultät!

Wir gratulieren unseren erfolgreichen Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich zu diesem überwältigenden Erfolg.

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